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Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Referat WasserkraftMehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt:
Meere, Seen und Flüsse. In ihnen steckt ein gewaltiges
Energiepotential, aus dem sich auch Strom gewinnen läßt. Die ersten
Wasserräder gab es wahrscheinlich schon vor 3000 Jahren zur
Feldbewässerung. Allein in Deutschland gibt es mehr als 660
Wasserkraftwerke, die immerhin ca. 5% des Stromes liefern, 1992
waren es 15.900 GWh. Zwar sind die Baukosten sehr hoch, aber der
Strom ist danach billig, da keine Brennstoffe verwendet werden. Das
Potential in Deutschland ist zwar schon zu ¾ ausgenutzt, aber die
Zahl der Kraftwerke steigt weiter an: Es wird damit gerechnet, daß
bis zum Jahr 2000 fast 2000 neue Kleinkraftwerke gebaut
werden.
Die Kraftwerke bringen wichtige Vorteile für die Natur: Es wird
kein Brennstoff verbraucht und damit werden auch keine Emissionen
freigesetzt. Das größte schleswig-holsteinische Wasserkraftwerk,
Farchau, ersetzt rund 430.000 Liter Heizöl jährlich. Zudem werden
Sinkstoffe aus dem Fließwasser herausgefiltert, was die
Wasserqualität wesentlich verbessert. Der Wasserstand bleibt auch
konstant. Das schafft sogar neue Lebensräume für Tiere und
Pflanzen.
In Schleswig-Holstein gibt es mehrere Wasserkraftwerke, die
Strom in das Netz der Schleswag einspeisen. Das größte Kraftwerk,
Farchau, liefert 1,6 MW und hat eine Fallhöhe von 30 Metern. Zwei
weitere sind Herrenmühle mit 0,144 MW bei einer Höhe von nur 2,4
Metern und Wellspang mit 0,04 MW mit 4,2 Metern.
Das größte Wasserkraftwerk in Krasnoyarsk (Rußland) liefert
6 GW Strom. Das entspricht einer Menge von
Hundert-Watt-Glühlampen (105 cm x 6 cm x 6 cm), die
in Zimmerhöhe gestapelt zwei Fußballplätze füllen. Die Fallhöhe des
Wassers beträgt bis zu 2 Kilometer. Zum Vergleich: Krümmel liefert
0,6 GW, und das Kernkraftwerk Brokdorf 1,326 GW. Der
größte Tidenhub von 21 Metern ist der Fundabay in Neubraunschweig
(Kanada). Der größte Inhalt eines Stausees beträgt 205
Kubikkilometer, der Bodensee hat gerade mal 48. Der Wirkungsgrad der
Wasserkraftwerke liegt zwischen 80 und 90 Prozent. Beim Auto ist
dieser Wert gerade mal 20%, bei einer Glühlampe 5%.
Gezeitenkraftwerke: Dieser Kraftwerkstyp nutzt die
doppelte Kraft des Wassers aus: Das Wasser wird zweimal durch
Turbinen geleitet: Das erste Mal, wenn es bei Flut ein Becken füllt,
das zweite Mal, wenn es bei Ebbe wieder aus diesem Becken
herausfließt. Das lohnt sich aber nur bei großen Tidenhüben, zum
Beispiel in Saint-Malo an der französischen Küste. Das Wasser steigt
und fällt hier 13,5 Meter, und es wird jeweils durch 10 Turbinen
geleitet, die in einer 750 Meter langen Staumauer eingebaut sind.
Das Kraftwerk liefert 0,24 Gigawatt Strom.
Laufwasserkraftwerke: Laufwasserkraftwerke sind die
einfachste und häufigste Art von Kraftwerken. Es sind meist
Wasserräder an Flüssen oder Kanälen. Sie laufen in ständigem Betrieb
und liefern ständig Strom ins Netz. Um den Druck zu erhöhen, werden
die natürlichen Widerstände in den Flüssen verkleinert. Der
Sinkstofftransport wird vermindert, und vor allem werden Flüsse
begradigt, wodurch die Erosion abnimmt. Zudem wird die
Fließgeschwindigkeit des Wassers verringert, um die innere Reibung
zu verkleinern. Meist entsteht der Druck auch noch durch ein
Gefälle, da das Wasser über eine weite Strecke einen Berg
hinabfließt.
Speicherkraftwerke: Die Speicherwasserkraftwerke werden
in Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresspeicher unterteilt. Meistens
werden sie zu Spitzenverbrauchszeiten eingesetzt. Das Wasser,
welches in Becken aufgestaut wird, ist potentielle Energie, die bei
Bedarf verwendet wird. Aber die Stauung dient auch zur
Hochwasserrückhaltung, Regulierung des Abflusses für die Sicherheit
der Schiffahrt, zur Speicherung von Trinkwasser und zur Bewässerung.
Pumpspeicherwasserkraftwerke: Pumpspeicherkraftwerke
dienen zur Haltung der Netzfrequenz, Stabilisierung des Netzes und
als Reservewerk, wenn andere Kraftwerke ausfallen. In einem
Pumpspeicherwasserkraftwerk gibt es ein höher gelegenes und ein
niedrig gelegenes Wasserbecken. Zu den Tageszeiten, wo der
Stromverbrauch am höchsten ist, wird das Wasser vom oberen Becken
durch Turbinen und Generatoren in das niedrigere Bassin geleitet. In
der Nacht wird das Wasser dann mit billigem Nachtstrom durch
Rohrleitungen wieder in das obere Becken gepumpt, die Generatoren
und Turbinen werden dann als Pumpen verwendet. Das
Pumpspeicherwasserkraftwerk Vianden in Luxemburg ist eines der
größten und kann jederzeit 1100 Megawatt liefern. Ein
Pumpspeicherwasserkraftwerk gibt es auch in Deutschland, am
Schluchsee, südöstlich von Freiburg. Der größte Nachteil ist jedoch,
daß das Kosten-/Nutzen-Verhältnis bis jetzt nicht übereinstimmt.
Doch man entwickelt die Ideen Werner von Siemens weiter, um dieses
Problem zu beheben.
Gletscherkraftwerke: Auch die zweitgrößte Eismasse der
Welt, das Grönländische Inlandeis, wird zur Stromgewinnung
eingesetzt. Das Eis hat eine Masse von 2,4 Millionen
Kubikkilometern. Der Bodensee hingegen hat nur 48 Kubikkilometer.
Bei Gletscherkraftwerken wird ein Schmelzwassersee an seinem
tiefsten Punkt angebohrt, damit man auch im Winter genug Wasser hat,
obwohl die Oberfläche des Sees gefriert. Dann wird das Wasser durch
ein Rohr unter dem Eis an die Küste geleitet, wo es in den Turbinen
Strom erzeugt. In Grönland ist bisher nur ein Kraftwerk gebaut
worden, das sein Wasser aus einem 11 Kilometer entfernten See
bekommt. Man schätzt aber, daß man in Grönland jährlich fast 10
Terawattstunden Strom gewinnen könnte!
Wellenkarftwerke: Sogar die Kraft der Wellen soll für
die Energiegewinnung genutzt werden. Aber die Nutzung ist schwierig
und vor allem teuer. Die Kraftwerke müssen auf Plattformen
entstehen, die voll automatisiert funktionieren. Auch der
Mechanismus, der die Wellenenergie in elektrische Energie umwandelt,
ist sehr kompliziert, da die Stärke und Richtung der Wellen stark
schwankt.
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