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| Trans Europa Express (Remaster) [Vinyl LP]
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Die großen Elektronik-Helden
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Trans Europa Express (Remaster) (Audio CD) Kraftwerk sind und waren vor allem immer verrückt. Schließlich ist eine Band, die Roboter anstatt Menschen auf Konzerten spielen lässt, die Cover sehr spartanisch und nahezu ohne Text gestaltet, die am Anfang mit diversen Instrumenten und Geräten experimentiert hat, sowie ein drei Minuten langes Stück aus elektronisch erzeugten Atemgeräuschen aufgenommen hat, sowieso suspekt. Auf "Trans Europa Express" bringen sie ihren metallisch-robotisch-industriellen Elektrosound in eine endgültige Form.
Alleine die Suite aus Titelstück, "Metall auf Metall" und "Abzug" ist die konsequente Fortführung ihres monoton-elektronischen Ausrichtung. Sie treiben es derart auf die Spitze, dass in diesen dreizehneinhalb Minuten nur ein immer fortwährender Rhythmus vorherrscht, während die Stimme immer wieder nur die Phrase "Trans Europa Express" quasi "singt". Dies grenzt schon haarscharf an Übertreibung. Nur noch diese Prise Melancholie, die die Stücke weiterhin tragen verleiht der Scheibe die entscheidende Stimmung. Vor allem etwas traurig, aber dafür auch sehr schön, klingt diese Musik im melodiereicherem "Europa Endlos", welches durchaus progressiven Charakter hat. Über Drumcomputer-Rhytmen werden analoge Synthesizermelodien gespielt, dazu der sehr einfach gehaltene, schüchterne Gesang von Ralf Hütter und Florian Schneider.
"Spiegelsaal" beginnt mit "Science Fiction"-artigem Klangwirrwarr, entpuppt sich aber als kalte, teutonische, schlichte, dahinschleppende Musik im Erzählstil. Mit dem Deutschen haben Kraftwerk sich hier wohl zu Ernst genommen. Zitat: "Sogar die größten S(ch)tars finden ihr Gesicht im Spiegelglas". Trotz dieser Schwächen, die mir wirklich das Bild trüben, entfachtet diese Schlichtheit einen bedrohlichen Charakter und auch solch ein Stück schafft es dadurch zu fesseln.
"Franz Schubert" ist das eine Wiederholung von "Europa Endlos" mit Klangcollagen aus Schuberts Werken? Ich weiß es nicht. Mit "Endlos Endlos" klingt die Platte aus wie sie begonnen hat.
Nochmals sei gesagt, das Kraftwerk ihren auf "Autobahn" eingeschlagener Weg (elektronische Rhythmen plus spärliche Melodien auf den ersten Synthesizern und kalt anmutendem, sehr schlichtem Gesang) hier perfektioniert haben. "Die Mensch-Maschine" sollte nur etwas kommerzieller, zugänglicher und melancholischer werden.
Anspieltip(s): Europa Endlos Vergleichbar mit: Die Mensch-Maschine
Wertung: 11/15 Datum: 22.12.2011
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. Dezember 2011 | | |
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